Veröffentlicht: 01. März 2012, 11:42
| Von Gabriel

FAZ: “Googles Androiden machen alles gleich”

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So, gestern habe ich zufällig auf der FAZ einen Artikel über den Mobile World Congress gelesen, den ich euch erst einmal nicht vorenthalten möchte. In diesem geht es, wer hätte es gedacht, um die Smartphone/Tablet Messe in Barcelona, deren Ausstellung diverser Android Neuheiten und wie der Autor Herr Spehr behauptet um eine “Monokultur” der Androiden. Ich würde diesen Artikel hier sicherlich nicht schreiben, wenn ich dem Autor zustimmen möchte, oberflächlich mag er zwar recht haben, doch an einigen Stellen sind die Meinungen wahrer Unfug, zumindest aus meiner Sicht.

Es beginnt schon damit, dass der Hersteller “Apple” vermisst wurde, doch Apple zeigt sich nie auf derartigen Messen und das wird sich so schnell nicht ändern. Android dominierte auf dem MWC und derzeit hat der angefressene Apfel meiner Meinung nach kein Vorzeige Gerät, was den Neuheiten das Wasser reichen könnte. Das mag nun etwas “Android Fanboy’esk” klingen (klar, ist ja auch meine Meinung), aber wenn man schon von einer “Monokultur” spricht, sollte man auch nicht vergessen, was Apple zuletzt auf den Smartphone Markt gehauen hat. Ein iPhone 4S, eine aufgemotzte Variante des iPhone 4 im selben Gehäuse, lediglich mit einem DualCore Chipsatz aus dem iPad 2, einer besseren Kamera und Siri, was jeder Mensch auch auf der Straße nutzt und man nicht schief deswegen angeguckt wird. Doch genug herumgemeckert.

Als nächstes wird der Mobilfunk Standard “LTE” angesprochen. Es würde den Akku leersaugen, es sei tarifmäßig zu teuer und deswegen verwundere es auch nicht, dass Nokia mit dem Lumia 900 ein WP Flaggschiff zeige, welches in den USA mit, hierzulande ohne LTE ausgeliefert werde. Nun, ein LTE Smartphone ist in Deutschland eine willkommene Abwechslung, doch in der Tat wenig brauchbar. Das Netz ist nicht flächendeckend ausgebaut, das wird sich irgendwann noch ändern, derzeit bringt es in vielen Städten jedoch gar nichts. Die Schuld sollte man aber nicht nur den Herstellern von Smartphones geben, sondern auch den Providern. Selbst das “normale” Netz ist nicht flächendeckend ausgebaut und der ein oder andere Provider (….. O2….) hat selbst in den Großstädten Probleme, für Stabilität und Erreichbarkeit der Netze zu sorgen. Nicht nur Nokia verzichtet deswegen auf ein LTE Smartphone, auch beispielsweise das “ältere” Galaxy Nexus gibt es hierzulande nur mit HSUPA Modem, dank meines 3,6MBit/s Vertrages ist mir das auch ziemlich egal. In diesem Punkt hat der Autor schon recht, aber dass der Standard Energie benötige (wenn auch zu viel), ist meiner Meinung nach eine überflüssige Behauptung, ein großes Display benötigt auch Energie, ebenso der Chipsatz etc. Zudem kommt es auch darauf an, wie die Software abgestimmt ist, sollte die Social Hub App auf dem Galaxy Tab aktiv sein, trotz ausgestellter Synchronisierung, muss es sofort wieder ans Stromnetz. Es ist einfach ein wenig Geduld gefragt, LTE Modems werden irgendwann sparsamer und das Netz wird auch irgendwann ausgebaut, das ist jetzt noch nicht der Fall und deswegen sind LTE Modems zwar nachhaltig im Vorteil, derzeit aber noch nicht brauchbar, zumindest wenn man für diejenigen spricht, die nicht in einer “LTE-Zelle” wohnen. Ob die Hersteller etwas an der Situation ändern könnten, wenn sie einfach mehr LTE Smartphones veröffentlichen, kann ich nicht so recht abschätzen, wie gesagt/geschrieben, es gibt derzeit immer noch große Probleme bei einigen “normalen” Netzen in Großstädten.

Dann geht es Android an den Kragen. Das Design sei zwar toll und es werde von Marktbeobachtern gelobt, aber die Hersteller würden zu wenig davon zeigen, da sie ihre eigenen Oberflächen implementieren würden. Ja natürlich, so hebt man sich von der Konkurrenz ab, denn ansonsten würde ja eine “Monokultur” entstehen und man könnte sich halt irgendein Smartphone zulegen. Ganz ehrlich, ich würde mal behaupten, dass es einem Großteil der Nutzer einfach nur scheiß egal ist; wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umgucke, dann sind die meisten mit den Herstellern Oberflächen “ganz zufrieden”, weil sie darauf weniger Wert legen, es ist ihnen “schnuppe”. Wer deswegen ein Android Smartphone mit dem Original Betriebssystem haben möchte, greift zu einem Nexus Smartphone. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, eine Custom ROM / Launcher aufzuspielen und man darf nicht vergessen, dass Google seit Android 4 die Holo Oberfläche standardisiert hat, falls eine App nicht auf das Design der Hersteller Oberfläche zugreifen kann bzw. will. Außerdem konnte ich schon mehrmals lesen, dass vielen Personen eine Oberfläche à la Sense 4.0 recht gut gefällt. Zudem darf man nicht vergessen, dass es eventuell auch Menschen da draußen gibt, denen solch eine Oberfläche eher zusagt. Warum auch nicht, ist ja nicht verboten. Natürlich sollte man nicht verschweigen, dass die zahlreichen Oberflächen, App Entwicklern Probleme bereiten, aber 1. hält schon, wie gesagt, die Holo Oberfläche als Standard Einzug und 2. spielen auch diverse andere Komponenten, wie z.B. die Pixelanzahl etc. eine große Rolle.

Nachdem zahlreiche verschiedene (!!! merkt euch das für den Schluss !!!) Android Smartphones im Artikel der FAZ aufgelistet wurden, kommt man noch kurz auf den Tablet Markt zurück. Zitat: “Aber das Hauptproblem der Android-Tablets bleibt: Sie verkaufen sich nur schleppend, wie ein Manager von Samsung am Rande der Veranstaltung zugestand.” Nun, ich habe schon das zweite Android Tablet in meinem Besitz, meine Kollegen sind ebenfalls im Besitz teilweise von mehren Tablets, das Kindle Fire verkauft sich hervorragend (zumindest in den USA) und wer eben kein Tablet braucht, braucht halt keins. Android Tablets sind wirklich nicht so erfolgreich, das liegt teilweise am hohen Preis und daran, dass man wesentlich später mit Android den Tablet Markt erobern wollte, als Apple dies tat. Mein Problem an dem Zitat ist jedoch, dass der im FAZ Artikel nicht genannte Samsung Manager, der in Wirklichkeit “Hankil Yoon” heißt, nicht allgemein für Android Tablets gesprochen hat, sondern eben nur für Samsung Android Tablets, siehe CNet. Samsung ist selbst Schuld, hier kann man in der Tat von Einheitsbrei sprechen und ich persönlich verstehe auch nicht, wieso Samsung teilweise fast identische Tablets auf den Markt haut. Samsung verkrault sich hierdurch die Kunden, das ist meine Meinung.

Zu guter Letzt gibt Herr Spehr sein Fazit ab: “Die Fokussierung der Messe auf Dutzende von nahezu ununterscheidbaren Android-4-Smartphones mit ähnlicher Ausstattung und Leistung kann in gefährliche Fahrwasser führen. Stichwort: Monokultur. Auch der Vierkern-Prozessor, den viele Hersteller in diesem Jahr in ihre Smartphones einbringen, ist nur für die kleine Fraktion der Spiele-Liebhaber ein Gewinn. Die Gelegenheit, mit messerscharfen Alleinstellungsmerkmalen aufzutrumpfen, haben die führenden Hersteller also verpasst. Es fehlen die Geräte zum Träumen und die Objekte der Begierde.” Vierkern Prozessor ist nicht gleich Vierkern Prozessor, z.B. das Huawei Ascend D1, welches mit einem Huawei HiSilicon Cortex A9 QuadCore ausgestattet, soll doppelt so schnell als der gleich getaktete 4 Kern Chipsatz aus dem Hause Nvidia sein. Der Kenner sollte das wissen und das ist für mich definitiv ein “Alleinstellungsmerkmal”. Sicherlich sind solche QuadCore Chipsätze nicht nur für Spieler interessant, es sorgt z.B. auch für eine flüssigere Bedienung, nicht nur unter Android, sondern auch z.B. unter Ubuntu für Android. Auch hat man z.B. den Fujitsu Prototypen außer Acht gelassen, welcher mit einem 4,6 Zoll Full HD Display (ich wiederhole FULL HD!!!) und einem Fingerprint Sensor ausgestattet ist.

Für mich waren auf dem MWC sehr viele Geräte zum Träumen dabei, die sich ebenfalls auch deutlich unterschieden haben. Zudem haben die Hersteller unterschiedliche Geräte gezeigt für verschiedene Preis Segmente. HTC hat mit der One Serie Unterklasse, Mittelklasse und Oberklasse Smartphones gezeigt, auch LG hat die L-Serie präsentiert. Es sind verschiedene Smartphones für den jeweiligen Geldbeutel, wie es auch in der Computer oder Automobil Industrie der Fall ist. Selbst im Oberklasse Segment unterscheiden sich die Smartphones durch das Design, die Verwendung unterschiedlicher Komponenten wie Chipsätzen, Kameras und diverser Standards. Auf den ersten Blick mag zwar ein 1,5GHz Quadcore Chipsatz einem anderen gleich getakteten QuadCore Chipsatz auf Grund der 4 Kerne ähneln, aber die verwendete Architektur und auch die integrierte GPU unterscheiden sich. Natürlich haben viele Hersteller auch teilweise nur zum Tegra 3 Chipsatz gegriffen, aber dann bleibt weiterhin noch das Design, die anderen Komponenten und das Software Design. Mir ist unerklärlich, wie man hier von einer “Monokultur” sprechen kann, im Gegenteil Herr Spehr selbst hat viele unterschiedliche Geräte in seinem Artikel genannt, außerdem sind doch gerade die zahlreichen unterschiedlichen Geräte ein großes Problem der Entwickler Gemeinde.

Mag sein, dass jetzt nicht jeder meine Meinung teilt, bzw. sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat, doch der Artikel der FAZ ist recht oberflächlich und keinesfalls repräsentiert dieser die aktuelle Entwicklung im Android Bereich. Hätte mir gerne mehr erhofft, aber was soll’s, es gab schon ein paar Mal diverse Fehleinschätzungen der FAZ (siehe PS Vita - Eine Totgeburt) und auch ich bin sicherlich nicht perfekt icon wink FAZ: Googles Androiden machen alles gleich

via FAZ

zum Autor

- sollte hier eigentlich etwas Sinnvolles über seinen Werdegang schreiben, stattdessen verweist er lieber auf seinen Twitter Account und sein vorheriges Projekt BLOGGENIST.

  • Albert Kühner

    Ich muss sagen, dass mir das ASUS PadFone sehr gut gefällt. Hier sehe ich viele Innovationen, bei denen Apple-Anhänger eigentlich ins Grübeln kommen sollten.
    Wir werden nächste Woche sehen, was Apple beim iPad 3 rausbringt: Full-HD (gibt’s schon), Quad-Core (gibt’s schon), 7-8 Zoll (gibt’s auch schon ewig).
    Beim iPhone 4S hat man ja schon hervorragend gesehen, wie wenig Innovation (außer beim Klagen) Apple zuletzt zustande gebracht hat. Nicht verwunderlich - man kann nicht ständig weiße Hasen aus dem Hut zaubern.
    Aber ich muss sagen, dass die Android-Geräte doch schon viele neue, sinnvolle und kostengünstige Alternativen herausgebracht hat. Deutlich mehr Innovationen als die nächste Apple Keynote mit den tausenden von Hurra-brüllenden Journalisten ohne Fachverstand.

    • http://www.bloggenist.blogspot.com Mumpiz

      Ja, das Padfone ist schon ein tolles Teil, habe ich leider vergessen zu erwähnen ;)

  • http://twitter.com/icke_86 Axel Thur

    habe gestern den artikel auch gelesen und auch gleich kommentiert. finde es gut das jemand die sache noch mal etwas fachmännischer aufgearbeitet hat.

    • http://www.bloggenist.blogspot.com Mumpiz

      Die Betonung liegt aber auf “Etwas” Was Grammatik und Satzbau anbelangt, ziehe ich gegenüber dem Spehr doch den Kürzeren