Veröffentlicht: 10. November 2011, 17:38
| Von Sascha Boldt

Muss es immer Windows sein? Ein Blick auf Fedora 16

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Einige Leute fragen sich ob es eigentlich immer Windows sein muss, dass auf dem Computer installiert wird. Mit dem erscheinen der neuen Version von Fedora mit der Versionsnummer 16 ist diese Frage wieder aktuell geworden und ich möchte euch mit diesem kleinen Test ermöglichen einen Blick auf das neue System zu werfen und euch eine eigene Meinung bilden zu können. Es mag sein, dass der eine oder andere Bestandteile meines Test anders sieht und das ist auch gut so, aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass ich in diesem Beitrag nur meine Meinung wiedergebe. Als ehemaliger User von Ubuntu kann ich ganz gut Vergleiche ziehen und bin nicht vollkommen unwissend.

Die Installation

Wie nicht anders von Linux gewohn war die Installation sehr einfach. Ich habe mir das Live-Image auf der Fedora Seite herunter geladen und dieses auf eine CD gebrannt. Dannach galt es nur noch von der CD zu Booten. Nun konnte ich entscheiden ob ich Fedora noch ein bisschen von der CD aus Teste oder ob ich gleich mit der installation beginne. Ich habe mich für letzteres entschieden und schon wurde das Installations-Center gestartet. Die Schritte wurden gut erklärt, wenn auch in Englisch. Es ist gut möglich das ich etwas übersehen habe und die Installation sich auf Deutsch umstellen lässt. Nach ca. 15 Minuten war das Betriebssystem installiert und nach einem Neustart auch einsatzbereit.

Der erste Eindruch

Der erste Eindruck war ziemlich gut. Der Bootscreen sah sehr gut und übersichtlich aus und auch der Desktop wirkte schön. Als ich die Maus auf das Feld Activities gezogen habe und an den oberen linken Rand gestoßen bin öffnete sich sofort ein neues Menü, bei dem ich mir geöffnete Programme anzeigen lassen konnte oder aber auch zu einer Seite wechseln konnte die mir alle meine installierten Programme anzeigt. Der Desktop Gnome 3.2 machte auf mich einen guten und übersichtlichen Eindruck, dass eine oder andere ist ähnlich wie bei dem Unity Desktop von Ubuntu andere Sachen sind besser gelöst. Im großen und ganze wusste ich sofort wie ich mit dem System umgehen konnte und es bedarf keiner Eingewöhnung. Das System erklärt sich im Grunde von selbst und ist somit intuitiv.

Programme

Die Installation von neuen Programmen hat mir nicht ganz so gut gefallen. Es war kein Problem Standart Programme wie Adobes Flash Player zu installieren, die Installation anderer Programme verlief nicht immer ganz Problemlos. Der Grund dafür ist, dass die Programme über so genannte YUM Pakete installieren lassen, die nicht von allen Herstellern angeboten werden. XBMC unterstützt solche Pakete zwar, dennoch schlug die Installation fehl. Bei dem System Ubuntu von Canonical konnte ich meine Apps/Programme direkt aus dem Software Center heraus installieren, der sich allmählig zu einem richtigen App Store entwickelt, ein so gutes Software Center wird bei Fedora vergebens gesucht. Über das Mitgelieferte Center lassen sich nur die Grundprogramme wie eben der Flashplayer installieren, dies funktioniert dann aber auch gut.

Multimedia

Bei dem Mediaplayer der mit an Bord ist macht sich bei mir die gleiche Enttäuschung wie auch bei Ubuntu breit. Dieser unterstützt (zumindest von Haus aus) keine MKV. Dateien. Videos im Flash Format wurden leider nicht so Problemlos wie unter Windows wiedergegeben. Ab einer Auflösung von 720p begannen Videos stark zu stocken, unter dem Windows System ließen sich Problemlos 1080p Videos darstellen. Dieses Problem hatte ich jedoch auch schon unter Ubuntu so war ich nicht sonderlich überrascht.

Fazit

Fedora ist ein schön aufgemachtes Betriebssystem. Um Windows das Wasser reichen zu können bedarf es jedoch noch einiges mehr. Linux Systeme (vor allem Ubuntu) sind in der letzten Zeit immer nutzerfreundlicher geworden, für jemanden der jedoch immer mit Windows gearbeitet hat wird der Umstieg umständlich. Die Installation von Programmen kann deutlich komplizierter werden. Wer jedoch viel im Web unterwegs ist (das jedoch ohne Youtube Videos in hoher Qualität sehen zu wollen) kann mit einem Linux System glücklich werden. Fedora eignet sich gut zum arbeiten, wie jedes andere Linux aber nicht für Gamer. Damit wäre diese Version vor allem etwas für ältere Leute, die dank der Großen Symbole gut mit der Menüführung zurecht kommen. Letztlich muss selbst entschieden werden ob man den Umstieg wagt, einen Test ist es aber auf jeden Fall wert. Dank der Live CD’s lassen sich viele Linux System auch ohne Installation testen. Meiner Meinung nach liegt Ubuntu vor Fedora, weshalb ich eher zu einer Installation diesen Betriebsystems neigen würde. Es bietet auch eine höhere Benutzerfreundlichkeit.

Fedora selbst hat es meiner Meinung also noch nicht an Microsoft und Windows geschafft, doch die System werden gerade in der letzten Zeit stark weiter entwickelt und könnten in den nächsten Jahren schon eine gute Alternative zu Windows werden. Für die, die an ihrem Computer nicht nur Spiele spielen ect. kann Fedora schon jetzt einer Alternative sein.

zum Autor

  • Anonymous

    Ich muss ja sagen, dass ich am ehsten zu Ubuntu tendiere, da es unglaublich viele Pakete dafür gibt, eine grandiose, deutschsprachige Comunity (ubuntuusers.de und andere) und der Treibersupport sehr gut ist.
    Aber am besten man testet das alles mal mittels Live-CDs (oder besser per USB-Stick mit UNetbootin oder noch besser dem LinuxPenDrive Installer (http://www.pendrivelinux.com/universal-usb-installer-easy-as-1-2-3/) der auch direkt die Images downloaden kann) an und entscheidet selber, was am besten zu sich und der Hardware passt.
    Gruß
    steinhmor

  • Sascha Boldt

    Jap wie in meinem Test wahrscheinlich deutlich geworden ist bin ich auch der meinung :) Aber es gibt bestimmt den einen oder anderen der eine Live-CD zum testen verwenden sollte um sich selbst sein Bild zu machen

  • http://blog.gonline.at Georg S.

    Ich selbst nutze zwar Ubuntu, aber mit Gnome 3.2, bin jedoch der Meinung das Ubuntu besser für diejenigen ist die das System einfach nur benutzen wollen. Fedora hingegen ist für alle besser geigten die immer die Neusten Kernel und Linux Software nutzen wollen.